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Die Bücherschmuggler von Timbuktu
von Charlie English

Hoffmann und Campe , 2018
Gebunden - 332 Seiten ; ISBN 978-3455503722
€ 24,00
Vielleicht hatte einst der "Brunnen der Buktu" oder der "Ort in den Dünen", jedenfalls etwas, das "weit entfernt", ja sogar "versteckt" liegt, dem Platz den Namen verliehen. Auf jeden Fall zog die Siedlung und noch mehr die spätere Stadt nicht nur die quer durch die Sahara ziehenden Händler magisch an, sondern auch die Fremden. Doch Jahrhunderte war die Stadt für "Ungläubige" verboten und vielleicht gerade deshalb umso anziehender.
Kenntnisse über das goldene Zeitalter Timbuktus gelangten nur über Umwege nach Europa. Vorstellungen aber von goldenen Dächern, Sklaven in Goldschmuck und einem König, der auf Goldbergen sitzt, schürten den Mythos von unermesslichem Reichtum. Und immer war da auch ein Fünkchen Wahrheit, denn der malische König, Mansa Musa, besaß nicht nur einen riesigen Goldklumpen, sondern hatte durch seine großzügigen Ausgaben auf seiner Pilgerreise nach Mekka tatsächlich eine Hyperinflation in Ägypten ausgelöst. Das war im 14. Jahrhundert. Bis dahin hatte kein Weißer seinen Fuß in die Stadt gesetzt.
Charlie English erzählt von den "Entdeckern", die ab dem 16. Jahrhundert nach Wegen suchten, von ihren Vorstellungen von Timbuktu und ihren Erfahrungen auf dem Weg dorthin. Viele haben versucht, die Stadt zu erreichen: Leo Africanus, Joseph Banks, John Ledyard, Mungo Park, Alexander Gordon Laing, René Caillié. Heinrich Barth war wahrscheinlich der erste Europäer, der längere Zeit dort verbrachte, Recherchen betrieb, aufschrieb, was er erfuhr, und wieder nach Europa zurückkehrte. Was er gefunden hatte, entsprach nicht seinen Erwartungen. Barth hatte aber erkannt, dass diese inzwischen recht bescheidene Stadt andere Schätze als Gold barg.
300 Jahre lang war Timbuktu eines der größten und bedeutendsten Wissenszentren der islamischen Welt. 150 Koranschulen, Tausende von Schülern - manche Quellen sprechen von 25.000 -, eine der ersten Universitäten der Welt, die Wissbegierige anzog und Wissen. Auf den Kamelen kamen nicht nur Waren des täglichen Bedarfs in die Stadt, sondern auch Bücher - Tausende von Büchern. Besonders interessante Bücher, besonders schöne oder seltene Manuskripte wurden sogar mit Gold aufgewogen. Und so gibt es heute unzählige, umfangreiche, oft ledergebundene Werke, aber auch Losblattsammlungen, einfache Blätter oder Verträge. Es gibt wissenschaftliche Abhandlungen - über Astronomie, Medizin, Staatsführung, Menschenrechte. Es gibt Rechtstexte, Predigten, Hadithe, Sufi-Texte, Koranauslegungen oder Poesie. Unter ihnen sind Chroniken über die Geschichte der Reiche Westafrikas und Königslisten (Tarikh al-Sudan, Tarikh al-Fattash). Viele Texte sind mit Ergänzungen und Randbemerkungen versehen. Damit zeugen sie von der intensiven Auseinandersetzung mit diesen Texten. Die Texte sind oft in Arabisch aber auch in anderen afrikanischen Sprachen wie Bambara geschrieben.
Über Generationen wurden die Manuskripte in Familienbibliotheken gehütet und vererbt. Die Menschen und das trockene Klima der Sahara haben sie geschützt. Gefahren drohten ihnen immer: Schon früh von Andersdenkenden, später von Kolonialherren und Sammlern, immer von Termiten, durch die Feuchtigkeit und den Sand und schließlich 2012 von IS-Kämpfern.
Wie die dramatische Rettung der vielleicht 100.000 oder 300.000, vielleicht sogar 700.000 Manuskripte gelang, beschreibt Charlie English in seinem Buch. Geschickt verwebt er die Geschichte der Suche nach dem mythischen Ort mit der jüngsten Geschichte der Stadt. Es ist ein Buch entstanden, dass sich nicht nur anfühlt, wie ein Roman, sondern sich auch so liest. Es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Und es lässt uns erkennen, wie Mythen entstehen und wie sie angepasst werden, damit keiner sein Gesicht verliert - nicht die "Entdecker", nicht die Bewahrer, die Beschützer, nicht die geldgebenden Stiftungen aus Europa, Amerika oder Katar und schon gar nicht die UNESCO.
Doch unabhängig davon, wie die Rettung der Schätze von Timbuktu enden wird - die Manuskripte zeigen, dass die in der westlichen Welt verbreitete Vorstellung von einem dunklen Kontinent, einem Afrika ohne Schrift und Geschichte nicht stimmt. Die Manuskripte verkörpern das Wissen von Generationen und sind Ausdruck des Reichtums und der Vielfalt afrikanischer Völker. Sie sind ein Schatz, der bewahrt werden muß.
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Eine fundierte Recherchereise über die Mythen des alten und gegenwärtigen Timbuktu.
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Donnerstag, 26.04.2018
Nationalfeiertag der Vereinigten Republik Tansania
27.4.1960
Togo wird unabhängig. Nationalfeiertag.
27.4.1961
Sierra Leone wird unabhängig. Nationalfeiertag
Der Starke hat die Arme seiner Freunde.
Volksweisheit der Bantu
 
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